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Herbert Leupin (1916 - 1999) ï Malerei, Zeichnungen, Grafik, Plakate

Vernissage

Samstag, 16. Januar 2010, 14 – 17 Uhr

Einführende Worte um 14.30 Uhr durch Charles Leupin, Sohn des Künstlers

Ausstellung

16. Januar - 27. Februar 2010

Buchverkauf während der Ausstellung zum Sonderpreis:

Herbert Leupin: «Plakate, Bilder, Grafiken»

Karl Lüönd

Friedrich Reinhardt Verlag Basel

ISBN 3-7245-08883-2

statt Fr. 150.00 - Fr. 90.00


Der Basler Künstler und Grafiker Herbert Leupin wurde unter anderem mit Plakaten für Firmen wie Bell, Eptinger oder Steinfels berühmt. Der Coca-Cola-Notenständer, der Pepita-Papagei wie auch der Knie-Clown für den gleichnamigen Zirkus gehören heute zu den Klassikern der Schweizer Plakatkunst. Selbst die weltbekannte ART Basel verdankt ihren Namen und ihre ersten Plakate seiner Kreativität. Von seinen zahlreichen Entwürfen wurden insgesamt 89 unter den jeweils besten Schweizer Plakaten des Jahres mit einer Anerkennungsurkunde des Eidgenössischen Departements des Innern prämiert. Doch das Schaffen von Herbert Leupin beschränkte sich nicht nur auf die Gestaltung von Plakaten: daneben entstand ein reichhaltiges Werk an Malerei und Zeichnungen, bei welchem ein Motiv ganz besonders heraussticht: seine Liebe zu Clowns.

Geboren ist Herbert Leupin am 20. Dezember 1916 in Beinwil am See. S0eine Kindheit verbringt er in Augst (BL).

Nach Abbruch des Gymnasiums tritt der Jugendliche in die Allgemeine Kunstgewerbeschule in Basel über, sein Berufsziel lautet Grafiker. Den Entscheid das Gymnasium abzubrechen und statt dessen die Kunstgewerbeschule zu besuchen befreit Herbert Leupin von einer langjährigen schulischen Quälerei.

Nach der dreijährigen Ausbildung beschliesst der 18-jährige sich der praktischen Arbeit zuzuwenden und tritt zu einem unbezahlten Volontariat ins Atelier von Hermann Eidenbenz ein, wo er rund neun Monate lang arbeitet.

Kurz darauf, mit einem Stipendium von 200 Franken pro Monat in der Tasche, begibt sich Herbert Leupin für ein Jahr nach Paris. Dort besucht er die Colins Privatakademie des gleichnamigen Plakatkünstlers, Grafikers und Bühnenausstatters Paul Colin (1892 –1985). Er nimmt an einem lokalen Nachwuchswettbewerb teil, wo es darum geht das Signet einer Handelsmesse zu entwerfen. Herbert Leupin erschafft einen stilisierten Merkur in Nadelstreifen der telefoniert. Mit dieser Arbeit gewinnt er den 2. Preis und eine Prämie von 2000 Francs. Es ist sein erstes selbst verdientes Honorar – er investiert es sogleich in ein grandioses Atelierfest.

Starke künstlerische Eindrücke erhält Herbert Leupin sowohl von Paul Colin, als auch von dessen stärksten Rivalen Adolphe Jean-Marie Mouron, der besser unter seinem Künstlernamen «Cassandre» bekannt war.

Nach Ablauf des Pariser Jahres muss Herbert Leupin wieder zurück nach Augst: sein Stipendium ist abgelaufen und die Rekrutenschule wartet auf ihn. Doch die militärische Karriere ist kurz und ruhmlos: Herbert Leupin lässt sich nach nur wenigen Wochen ausmustern.

1936 tritt der 20-jährige eine Stelle bei Donald Brun als Grafiker an, aber bereits nach weniger als einem Jahr kündigt er diese wieder und beschliesst, sich selbständig zu machen. Sein erstes Atelier richtet er im Dachgeschoss des elterlichen Wirtshauses ein; ein Telefon kann sich der Jungunternehmer vorerst nicht leisten.
Anfangs der 1950er Jahre beginnt Herbert Leupin mit den grossen Auftragsserien die er vom Ausland erhält: Plakate für Deutschland, Frankreich, Italien und England, Schallplattenhüllen für die USA, ganze Werbekampagnen für Argentinien und Brasilien. Immer häufiger erscheint der Name Leupin in der Publikumspresse und in den Fachzeitschriften der stark wachsenden Werbeindustrie.

Mitte der Fünfziger Jahre folgen erste Einzelausstellungen: erst in deutschen Grossstädten, dann in New York und Chicago, wo Leupin 1960 mit der Ehrenmedaille des Art Directors Club ausgezeichnet wird. Zwischen 1940 und 1970 ist Herbert Leupin der bei weitem am meisten ausgestellte Maler. Mit seinen Produktplakaten für Firmen wie Bell, Eptinger, Steinfels und viele andere wird er berühmt.

Er ist Grafiker, Plakatmaler, Marketingberater, Konzeptionist, Kundenbetreuer, Mediendisponent, Art Director und Reprotechniker in einer Person: eine Ein-Mann-Agentur. Herbert Leupin gestaltet Verpackungen, macht Inserate, layoutet Drucksachen, entwirft Dekorations-Elemente und zeichnet Etiketten. Aber trotz der Vielfalt in seinem Schaffen, steht das Plakat immer im Vordergrund. So schafft er beispielsweise die Plakate für die Schweizer Mustermesse und für die Art Basel, wobei er den Namen für die berühmte Kunstmesse erfindet.
Der Notenständer für Coca Cola, der Pepita-Papagei oder die Circus-Knie-Plakate mit dem berühmten Knie-Clown gehören genauso zu den bekannten Arbeiten Herbert Leupins. Die Grundidee für den Knie-Clown entsteht auf dem Skizzenblock während des ersten Anrufs von Fredy Knie: der Harlekin, der die vier Buchstaben des Markennamens auf seinem Knie jongliert und damit in jeder Sprache der Welt und in der Dauer eines Lidschlags mit Charme und Genauigkeit zugleich kommuniziert, was den Betrachter im Circus erwartet.

Herbert Leupin wirbt vor allem für einfache, wenig erklärungsbedürftige Produkte und Dienstleistungen: Kernseife, Mineralwasser, Zigaretten, Dauerwürste, Schuhe. Der vielseitige und multitalentierte Herbert Leupin befasst sich mit vielem, und doch zieht sich ein Motiv durch sein ganzes Schaffen: der Pierrot Clown. Auch als Maler stellt er ihn in allen Facetten dar: poetisch, hintergründig, komisch, oft auch einsam. Das ist nicht der Hanswurst, es ist nicht der Narr des Sebastian Brant, es ist auch nicht bloss der Clown. Es ist die etwas lunatische Figur des unmittelbar fühlenden, kindlich empfindsamen Menschen, eine so verletzliche Seele, dass sie die Einsamkeit in der Gesellschaftsmanege schon lange auszuhalten gelernt hat und sich sogar daran freuen kann, wenn Eindrücke sie überwältigen.

Herbert Leupin stirbt am 21. September 1999 im Alter von 83 Jahren in Basel.

 

 

 

 


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