
Reliquiarfigur
Holz,
Metall
77 x 35
x 7,5 cm
Nr.
TA116
|
Kota
(Bakota, Kuta), Volksgruppe mit etwa 70'000 Menschen, die
im Nordosten von Gabun und angrenzenden Teilen der Volksrepublik Kongo lebt.
Als nachbarliche Völker haben die Kota im Nordwesten die Fang, im Norden und
Nordosten die Kwele, im Osten die Mbete und im Süden und Südosten die Chamai
beziehungsweise die Teke.
Die Kota teilen sich in zwei Hauptgruppen, die
Nord-Kota und Süd-Kota. Obwohl sie sprachlich einer Familie angehören haben
beide Gruppen Schwierigkeiten einander zu verstehen.
Wie bei den anderen
Volksgruppen Gabuns, stellt auch bei den Kota der Ahnenkult einen der
wichtigsten Grundpfeiler für das religiöse Leben dar, der wiederum die
bedeutendste künstlerische Aussage dieser Ethnie hervorgebracht hat: Die
Reliquiarfiguren.
Ähnlich den Fang pflegen auch die Kota einen Ahnenkult,
der sich auf die Schädelrelikte derselben konzentriert. Zur Aufbewahrung
verwenden sie dazu allerdings keine Rindenbüchsen wie diese, sondern Körbe (ngulu),
die neben den Schädeln noch andere Knochen der Vorfahren und häufig auch
Medizin allerlei Art - Tierrelikte, Armreifen, Glasperlen etc. enthalten.
Als Wächter und physisches Erinnerungsmal dieser Reliquien dient wiederum
eine Figur, die allerdings einmalig in der afrikanischen Kunst - eine
zweidimensionale Skulptur darstellt. Im Norden, bei den Kota-Mahongwe, sowie
im Zentrum bei den Shango sind sie fast ganz mit Lamellen beschlagen,
während solche bei den übrigen Gruppen der Kota zurücktreten und mehr dem
flächigen Metall Platz lassen. Dabei ergibt sich eine Fülle von Stilarten
und Zwischenformen, die auch den Reiz dieser Skulpturen mitbegründet hat.
Neben diesen Reliquiarfiguren verwenden vor allem die Nord-Kota des
Ivindo-Tales, die Chamai und Mahongwe grosse emboli genannte Helmmasken, die
anlässlich der im Ivindo-Gebiet sehr bedeutungsvollen Beschneidungsfeste
auftreten, um Nahrung und Geschenke für die angereisten Gäste zu erbetteln.
Eine Spezialität der Kota sind schliesslich die fein geschmiedeten
Wurfmesser mit der Kopfform eines Hornraben.
Quelle: Karl-Ferdinand Schaedler «Lexikon Afrikanische
Kunst und Kultur» (ISBN 3-7814-0374-2)
© Galerie HILT AG Basel, 1996/tg
Zur Beachtung:
es kann sein, dass abgebildete Objekte nicht mehr erhältlich sind.
Aktuelle Angebote auf Anfrage. Besten Dank für Ihr Verständnis.
|
Kota 84 93.pdf
Kota TA116.pdf
Kota TA146.pdf
|