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Ohne Titel, 1970er Jahre Lithographie + Collage zweimal signiert und nummeriert (23/40) 38 x 55 cm AG168 - sold
Clau del foc Nr. 357, 1973 Lithographie 21/75 64 x 45 cm E817 |
Antoni Tapiès (*1923) Er wurde als Antonio T. Puig am 13.12.1923 in Barcelona geboren und lebt heute noch dort.
Nach dem krankheitsbedingten Abbruch seines Jura-Studiums begann er sich ab 1946 als Autodidakt ausschliesslich mit der Malerei zu beschäftigen, wobei er bis heute seine Affinität zur Literatur, Philosophie und ganz besonders zur Mystik einfliessen lässt. Er war Mitbegründer der 1948 entstandenen Künstlergruppe und Zeitschrift «Dau al Set» (Würfel mit Sieben) und blieb der katalonischen Kultur und Tradition zeitlebens stark verbunden. Nach surrealistischen Anfängen in Öl mit eingeritzten Linien-Ornamenten mischte er schon früh der Farbe diverse Materialien wie Marmorstaub oder Leim bei. Während einem Studienaufenthalt in Paris 1950/51 lernte er sowohl verschiedene für ihn neue Stilrichtungen als auch bekannte Künstler wie Dubuffet und später Picasso kennen, und begann mit der Entwicklung seiner schnellen, sparsamen Strichführung und seiner Symbolik, mit der er einen grossen Bekanntheitsgrad erlangte. Seine Bilder zeichnen sich durch eine neuartige Materialbehandlung aus: Er moduliert z.B. den Bildhintergrund aus Sand oder gefärbtem Zement, und diesen tektonisch-rauhen Grund erweitert er dann in den Raum hinein, indem er wie als Belebung menschlichen Spuren («magische» Zeichen, Initialen, Alltags-Gegenstände) darin einbettet oder ihm «Wunden» zufügt. Die Symbole und die verwendeten Materialien wie auch sein reduziertes Farbenspektrum sind die Grundelemente seiner informalen Erzählkunst, die immer von menschlicher Betroffenheit handelt. Bis 1975 thematisierte er vor allem den katalanischen Freiheitskampf, und seither beherrschen seine vom mittelalterlichen Wissenschaftler, Philosophen und Mystiker Ramon Lull (1235-13125) und dem Zen-Buddhismus beeinflussten Symbole und Zeichen die Bilder. «Visuelle Poesie» nennt er seine Malerei, in die sich der Betrachter versenken und daraus eigene Erkenntnisse herauslesen soll.
Neben der Malerei nimmt auch die grafische Arbeit einen bedeutenden Platz in seinem Werk ein. Erste Radierungen entstanden bereits 1949, und 1959-1969 schuf er vor allem Lithographien mit Prägedruck, der auch das Reliefhafte seiner Originale zum Ausdruck bringt.
In den 70er Jahren experimentierte er auch in der Grafik intensiv mit verschiedenen Techniken und Ausdrucksmöglichkeiten: er mischte der Druckfarbe andere Materialien bei, verwendete Zeitungspapier, verband Aquatinta mit Radierung, behandelte die Druckplatten, als ob sie aus Papier seien und veränderte die Strukturen spontan während des Druckens. Neben Einzelblättern entstanden auch Grossfolgen wie «Clau del foc».
Er ist selbst schriftstellerisch tätig, Materialbilder aus objets trouvés und Assemblagen entstanden bereits in den 70er Jahren, und seit den 80er Jahren arbeitet er vermehrt als Plastiker.
Seit 1953 erlebt er internationale Ausstellungen und Ehrungen, seine Werke sind weltweit in Museen und Privatsammlungen vertreten, und er gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Maler Spaniens.
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Ausstellungen in der Galerie HILT
1960 Junge spanische Maler 1987 A. Tapiès, J.J. Tharrats
Quelle/n Reclam’s Künstlerlexikon; ART 12/97; Katalog Kunstverein Bayreuth, 1990; DuMont’s Künstler-Lexikon
Interessanter Link: Stiftung Antoni Tapies (Spanien)
© Copyright Galerie HILT AG, 1999/kr
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