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Paul Talman (1932-1987) Er wurde am 14.1.1932 in Zürich geboren und starb am 21.12.1987 nach schwerer Krankheit in Ueberstorf im Kanton Freiburg.
Er verbrachte seine Kindheit in Bern und absolvierte dort auch seine Ausbildung als Lithograph, während der er bereits Freundschaft mit dem Künstler Dieter Roth schloss und so Kontakt zum Künstlerkreis der Stadt bekam.
Nach anfänglich traditioneller Malerei und Zeichnung nahm in seinem frühem Werk die abstrakte Form die grösste Bedeutung ein. Ab Mitte der 50er Jahren entwickelte er aber als Pionier die neuartige Verbindung seiner Bilder mit Bewegungen und näherte sich durch die geometrisierten Formen und die Beziehung der Farben zueinander dem Konstruktivismus. Er war ein ausserordentlich perfektionistischer Künstler und sein Schaffen ist geprägt von einer Ambivalenz zwischen Kälte und Gefühl, zwischen Kunstwerk und Design. Schon 1949 schuf er erste abstrakte Bilder, 1955 serielle Bilder in Acrylglas (Gravuren), und nach der Übersiedlung nach Basel im Jahr 1956 vor allem neuartige Loch- und Trichterbilder. Ab 1960 wandte er sich der Schaffung von kinetischen Objekten (Rollenbilder) und Kugelbildern zu, durch die er auch weltweit berühmt werden sollte. Das Jahr 1964 verbrachte er am Massachusetts Institute of Technology Boston (USA). Später schuf er auch dreidimensionale Ornamentbilder in Plexiglas und entwarf Sandwich-Bilder.
Neben seiner eigenen künstlerischen Tätigkeit arbeitete er 13 Jahre (1959-1972) als Art Director bei einer bedeutenden Basler Werbeagentur. Nach Beendigung seiner Werber-Laufbahn zog er mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen 1973 in das von ihm erworbene ehemalige «Schloss Überstorf», wo er viele bekannte Künstler wie Jean Tinguely, Dieter Roth, Daniel Spörri u.v.m. beherbergte. Dort begann er, Bücher oder Geschichten in Bildwerke zu transportieren und betätigte sich zunehmend auch als Plastiker, erfolgreicher Designer von Gebrauchsgegenständen und Möbeln (z.B. Rollsessel, Uhr für die «Omega Art Collection»), Erfinder (z.B. Bierbüchsenhalter) und Filmemacher (z.B. «Spheric Art» mit Musik von Rolf Liebermann und Gerorge Gruntz und «Transparent Colored Calendar» mit Musik von Uwe Troxler).
Ausstellungen: u.a. Galerie 33, Bern, 1955 Stedelijk Museum, Amsterdam, 1961 Louisiana Museum of Modern Art, Humblebaek (Dänemark), 1961 Galerie Byron, New York, 1965 Dokumenta 4, Kassel, 1968 Kunstmuseum Bern, 1975 Galerie Renée Ziegler, Zürich, 1980 Galerie Littmann, Basel, 1984 Salzburger Museum, 1985 Kunstmuseum Solothurn, 1987 Zero, Madrid, 1988 Haus für konstruktive und konkrete Kunst, Zürich, 1997
Werke: u.a. Visualisierung von Raymond Queneaus «Le vol d'Icare» in sechs Bildern, 1978/79; Boogie-Woogie (urspr. realisiert für die Nationalbank Bern), 1984, Golden Gate, 1985.
Ausstellungen in der Galerie HILT: «Baier, Humbert, Talman» 1962; «Konkrete Kunst, 1974.
Quellen: Dokumentation Galerie HILT «Paul Talman, Le vol d'icare d'après Raymond Queneau»; Katalog zu den Ausstellungen in den Kunstmuseen Solothurn, Kanton Thurgau und Ulm, 1987 «Paul Talman, The Garden Party», Schriften der Stiftung für konstruktive und konkrete Kunst Zürich, 1997 «Il giardino di Daniel Spörri», Verlag Maschietto & Musolino, 1998
© Copyright Galerie HILT AG, Basel, 1998/k |
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