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Alois Josef Michael Grossert (*1927)

Er wurde am 31.1.1927 in Sursee geboren und lebt heute in Basel.

 

Nach Beendigung seiner Schuljahre in Sursee absolvierte er eine Zimmermannslehre von 1943-46.

1948 besuchte er die Kunstgewerbeschule in Luzern.

Von 1949-53 arbeitete Grossert im Atelier von Albert Schilling in Arlesheim und besuchte daneben Kurse an der Kunstgewerbeschule in Basel.

1953 fand seine erste Ausstellung im Kunstmuseum in Luzern statt. Im gleichen Jahr übersiedelte er nach Basel. Ein Jahr später heiratete er Getrud Kirowitz, seine erste Tochter wurde geboren und 1957 kam seine zweite Tochter zur Welt.

1952 und 1955 erhielt Grossert den Förderpreis der Eidgenössischen Kunstkommission. Erste Aufträge im Bereich der kirchlichen Kunst erfolgten.

Von 1955-60 war er als Zeichenlehrer an der Mittelschule in Sursee und von 1960-66 am Gymnasium in Aarau tätig. Anschliessend erhielt er ein Stipendium der Stadt Basel und eines der Eidgenossenschaft. Noch im selben Jahr übersiedelte Michael Grossert mit seiner Familie nach Paris.

 

Seine Arbeiten stellte er regelmässig an den Salons Jeune Sculpture, Réalités Nouvelles und am Salon de Mai aus. Mit der Gestaltung des Pausenplatzes der Primarschule Aumatt in Reinach/BL gelang Michael Grossert 1967 der Durchbruch. Die Plastik «Lieudit» bei der Heuwaage in Basel löste 1976 eine heftige Debatte aus und wurde durch Vandalen beschädigt. Weiterhin stellte er verschiedentlich in Frankreich und der Schweiz aus, erhielt verschiedene Preise und war 1977 Mitbegründer der Gruppe «Espasme».

1990 vernichtete ein Brand das Pariser Atelier und fast alle seine Werke. Noch im selben Jahr lernte er seine spätere Frau Katja Lehr kennen, mit der er einen Sohn und eine Tochter hat.

1993 wurde er mit dem Prix de la Sculpture der Académie des Beaux-Arts in Paris ausgezeichnet. 1982 und 1994 fanden Retrospektiven im Rathaus von Sursee statt.

 

Nach gegenständlichen Anfängen in Zement, Stein und Gips entwickelte Grossert in den 50er Jahren eine zunehmend abstrakte Formensprache. Die Volumen wurden bewegter und stärker in den Raum integriert. Die Aufteilung des Raums wurde zum zentralen Thema, es entstanden sogenannte «Raumplastiken». Um 1966 entdeckt er den Kunststoff als beliebig formbaren Farbträger, den er zu zusammensetzbaren polychromen Polyesterlandschaften formte, wie z.B. in seinen Werken «Zone infinie» (1968) oder «Lieudit I» (1970-72).

 

Seit 1972 befasste sich Grossert zusehens mit Spiegelungen. Er benutzte eine geformte Plexiglasscheibe zur Brechung von Licht und Raum, danach entstanden Arbeiten mit einem transparenten Spiegel als Reflexions- und Projektionsfläche: auf der gläsernen Trennwand überlagerten sich die Bilder der einander gegenübergestellten skulpturalen Gebilde. In den 80er Jahren kamen Werke hinzu, deren Tiefenwirkung durch die Staffelung von bemalten Gittern hervorgerufen wurde. Grossert hat sein Werk hinsichtlich Technik und Form stets weiterentwickelt, um neue und eigene Wege in der Darstellung von Raum und im Aufzeigen von Wahrnehmungsabläufen zu finden. Sein Werk kann man in die Nähe der Konzeptkunst rücken.

 

In seinen Bildern widerspiegelt sich die Suche nach Aufteilung des Raums, nach Sichtbarmachung von Wahrnehmungsprozessen wie in seinen Skulpturen. Er gab kreative Ideen und regte mit Anweisungen in Form von Skizzen, Entwürfen oder auch Texten zu verfremdenden Wirkungen in der Umwelt an und damit zu einer veränderten Weltsicht.

Werke im öffentlichen Raum befinden sich vor allem in der Region von Basel, der übrigen Schweiz und Frankreich.

 

 

 

Quelle: Schweizer Künstlerlexikon, 1998.

 

© Copyright Galerie HILT AG, 2000/ab

 

 
 

Zur Beachtung: es kann sein, dass abgebildete Werke nicht mehr im Angebot erhältlich sind. Aktuelle Angebote auf Anfrage. Besten Dank für Ihr Verständnis.


 

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