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Arc Vert, 1970er Jahre Original Farblithographie Exemplar 37/75 50 x 65 cm AG552
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Sonia Delaunay (1885-1979) Sie wird als Sophie Stern am 14.11.1885 in Gradiesk/Ukraine geboren und stirbt am 5.12.1979 in Paris.
Als fünfjähriges Mädchen wird Sonia Delaunay von Henri Terk adoptiert, einem Onkel mütterlicherseits, der Anwalt in St. Petersburg ist. Sie verbringt ihre Jugend in St. Petersburg. Ihre ersten Malfarben bekommt sie von Max Liebermann, der mit Henri Terk befreundet ist. 1903 zieht sie für zwei Jahre nach Karlsruhe, wo sie ein Kunststudium absolviert. Zwei Jahre später lässt sie sich in Paris nieder. Um die Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten, heiratet sie den deutschen Kritiker und Kunsthändler Wilhelm Uhde. Sonia Delaunay besucht die Akademie de la Palette, wo sie Ozefant und Dunoyer de Segonzac begegnet. Ihre hier entstandenen Frühwerke sind vom Streben nach Monumentalität geprägt. Sie stehen noch ganz unter dem Einfluss von van Gogh, Gauguin, den Fauvisten und den Theorien von Chevreuls.
Die Begegnung mit Robert Delaunay, den sie 1910 heiratet, bewirkt einer Veränderung ihrer Malerei. Sonia Delaunay verzichtet jetzt auf die Verstärkung der Konturen und beschäftigte sich wie Robert mit dem Gesetz der Ordnung und des Rhythmus der Farben. Die ersten Gemälde (u.a. Ball Buller, 1913), Collagen, Kleider und Plakate (u.a. für die Firmen Dubonnet und Zenith) basieren auf dem Prinzip des Simultankontrastes. 1912 lernen die Delaunays die Dichter Guillaume Apollinaire und Blaise Cendrars kennen. Mit Cendrars gestaltet Sonia Delaunay das erste zwei Meter lange Simultanbuch La Prose du Transsiérien et la petite Jejanne de France (1913). Die Zeit des 1. Weltkrieges verbringen die Delaunays in Spanien und Portugal. «Les grandes vacances 1914-20» hat Sonia Delaunay später diesen Zeitabschnitt genannt. Wie Robert erzeugt Sonia die Bewegung und die Schwankung des Lichtes durch nebeneinander stehende Farbkontraste (Marché au Minho, 1916).
Nach dem Ausbruch der russischen Revolution bleiben die finanziellen Zuwendungen aus St. Petersburg aus. Um den Lebensunterhalt bestreiten zu können, nimmt Sonia Delaunay kunstgewerbliche Arbeiten an. In Madrid lernt sie Serge Diaghilew kennen und erhält erste Aufträge für Bühnenbilder, Dekorationen und Kostüme (Kleopatra und Aida, 1918 in der Oper von Barcelona). Sie eröffnet eine Boutique für Mode und entwickelt sich zur gefragten Modedesignerin der spanischen Aristokratie. Nach der Rückkehr nach Paris bleibt sie zunächst in Modebranche und arbeitet erfolgreich mit dem Modeschöpfer Jacques Heim zusammen. 1931 wendet sie sich wieder der Malerei zu (Rhythme, 1938). 1935 erhalten die Delaunays den Auftrag zur Gestaltung einer grossen Wandfläche für die Weltausstellung in Paris. Nach dem Tod von Robert lebt Sonia Delaunay zwischen 1941 und 1944 in Grasse bei der Familie Hans Arp. Hier entsteht die Lithographie-Serie Œuvres à deux. 1945 kehrt sie zurück nach Paris und beginnt von Neuem mit der Malerei. Es entstehen die umfangreichen Serien Rhythme; Rhythme coloré und Rhythmes-couleurs, die in scharf voneinander abgegrenzten Farben gestaltet werden. «Mein Lebensinhalt besteht darin, Roberts Werk bekannt zu machen.» So kommt es 1949 zu einer Hommage an Robert Delaunay in der Galerie Maeght in Paris.
Immer wieder neue Tätigkeitsfeder hat sich Sonia Delaunay erschlossen. Sie hat z.B. Kartenspiele, Mosaike, Glasfenster, Teppiche und Dekors für Autos entworfen. «Ich kann meine Malerei nicht erklären... Noch immer stosse ich an weisse Flecken, Undeutliches... Aber ich bin sicher, dass es dahinter etwas Grundlegendes gibt, und dass davon die Malerei der Zukunft ausgehen wird.»
Ihre Werke befinden sich in namhaften Sammlungen und Museen in der ganzen Welt.
Quellen: Reclams Künstlerlexikon, 1998; DuMont’s Künstlerlexikon 1997; «Sonia Delaunay», Städtisches Kunsthaus, Bielefeld, 1958; «Sonia Delaunay, Retrospektivausstellung zum 90. Geburtstag», Galerie Gmurzynska, Köln, 1975; «Sonia Delaunay – Rhythmen und Farben», Museum Bellerive, Zürich, 1987; Allgemeines Künstler—Lexikon, K.G. Saur, München-Leipzig 2000.
© Copyright Galerie HILT AG, 2002/ab/oh-tr
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