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Martin Sollberger: «Grüne Figur», 2007

Acryl auf Leinwand, 130 x 120 cm

Martin Sollberger

Liquid, 2009

Acryl auf Leinwand (120 x 130 cm)

Kaspar Weidmann

Grünes Objekt, 2007

Acryl auf Leinwand (120 x 130 cm)

Kaspar Weidmann

Der Wald, 2008

Acryl auf Leinwand (120 x 130 cm)

Sollberger & Weidmann ï Malerei & Virtualität

Vernissage

Samstag, 6. März 2010, 14 bis 17 Uhr. Die Künstler sind anwesend

Einführende Worte um 14.30 Uhr durch die Künstler

Treffpunkt mit den Künstlern

20. März, 3. + 17. April 2010, jeweils 14 – 17 Uhr sind die Künstler anwesend.

Finissage

Freitag, 30. April 2010, 15 – 18.15 Uhr. Die Künstler sind anwesend.


Martin Sollberger und Kaspar Weidmann arbeiten seit 2006 und der Zeit ihres Studiums an der Kunsthochschule in Genf am vorliegenden Projekt zusammen.

 

Beim ersten Betrachten der Bildwelten vermutet man am Computer entwickelte Grafiken. Dabei handelt es sich jedoch um Werke, die mit Pinsel und Farbe auf Leinwand geschaffen wurden.

 

Die beiden in Zürich geborenen Künstler thematisieren in ihren Werken Malerei und computergeneriertes Bild. Ihre Bildwelten entstehen dabei aber ganz real: als Modelle dienen ihnen dreidimensionale Aufbauten aus Gips, Holz oder Karton, die auf einer Bühne inszeniert und beleuchtet werden.

 

Jedes Gemälde ist jeweils nur von einem Künstler geschaffen worden – dennoch ist die Seelen- und Arbeitsgemeinschaft im Bilderzyklus erkennbar und zugleich unzertrennlich.


Martin Sollberger und Kaspar Weidmann, die seit 2006 zusammenarbeiten, thematisieren in ihren Bildern die Auseinandersetzung zwischen Malerei und computergeneriertem Bild.

Analog zur digitalen dreidimensionalen Bildsimulation, wie sie für die Architektur oder für Spielkonsolen entwickelt wird, erweitert sich in ihrer Malerei die Bildfläche zu einem virtuellen Bildkubus, in dessen begrenzter Tiefe sich die Vorstellung räumlicher Konstellationen visualisieren kann. Figuren erscheinen darin anonym, als synthetische entpersonifizierte Objekte, wie ein Tisch oder ein Stuhl, um diesen imaginären Raum zu bespielen. Seit ihrem Studium an der Kunsthochschule in Genf arbeiten die beiden Künstler an diesem Projekt, in dem sich die gegenständlich-räumliche Malerei mit dem Verständnis konkreter-konstruktiver Kunst und der Beeinflussung digitaler Präzision computergenerierter Bilder verbindet.

Ihr Medium ist die Farbmodulation, das Simulieren von Raumdimension durch chromatische Tonwertabstufung, wobei sie sich – der Problematik dreidimensionaler Wirkung auf der Fläche bewusst – auf einen begrenzten Bildraum reduzieren.

Eine kritische Auseinandersetzung mit Tendenzen der Enthumanisierung in der Welt der Spielkonsolen zwischen Gewalt und Unterhaltung verbindet sich in ihren Bildern mit der Faszination des Malers mit einer neuen Dimension bildnerischer Realität. Ihre Bildwelt entsteht über dreidimensionale Modelle aus Gips, Holz oder Karton, die auf einer Bühne inszeniert und beleuchtet werden, um sie über Zeichnungen und Digitalfotografie in die Malerei umzusetzen.

Es entstehen imaginäre Inszenierungen verschiedener Objekte, die durch ihre Anordnung, Beleuchtung und Farbigkeit unbestimmte Suggestionen erzeugen.

Die Grundfarbigkeit ihrer Bilder ist ein Komplementärgrau im mittleren Bereich der Hell-Dunkel-Tonwertskala, eine Farbstimmung, die zwischen Tag und Nacht liegt, ein Dämmerzustand in einer künstlich konstruierten Welt. In dieser Komplementärgrausphäre halten sich die verschiedenen Elemente der Komposition in einem subtilen Gleichgewicht, das durch einen Kontrapunkt intensiverer Farbigkeit in ein visuelles Spannungsfeld gesetzt wird.
Die gegenständliche Darstellung dieser Bilder, ihr narrativer Charakter, bleibt ein Vorwand auf der Bildoberfläche, um auf einer zweiten Ebene die Formen der gesicherten Identität zu verlassen, um hinabzutauchen in eine Wahrnehmung unbegreiflicher und fremder Umstände einer irrationalen virtuellen Parallelwelt.

Unbestimmte Daseinsformen warten in der Dämmerung, telekinetische Kräfte entfalten sich, okkulte Erscheinungen werden beleuchtet in einer Sphäre des Unterbewussten.

Die zu Objekten mutierten Figuren und Dinge schweben schwerelos durch die synthetische Einsamkeit künstlicher Welten, in ihren körper- und seelenlosen Daseinsformen, verloren in einer Schattensphäre im Komplementärgraubereich, beleuchtet durch ein Restlicht unbekannter Herkunft.

Verschiedene Assoziationen werden wachgerufen, wie die Sehnsucht nach der verlorenen Kindheit oder einer Reise nach anderswohin, in ein Land, welches nicht durch die Gesetze der Schwerkraft auf den Boden der Realität gebunden ist.

Der aktuelle Bezug dieser Arbeit liegt in der Auseinandersetzung mit der synthetischen Künstlichkeit computergenerierter Bilder, im Reduzieren gegenständlicher Objekte auf ihre Grundform, in der Umsetzung der realen Welt in dreidimensionale Modelle, und ihre Abbildung dient als Grundlage für die Malerei.
 

 
     

 

 


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