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«In meinem Haus sind
viele Wohnungen», 1999
Öl, Gips auf Holztafel
50 x 36,5 cm

Veronika Raich im Atelier
 «Materie
und Geist», 2000
Öl, Gips auf Holztafel
83 x 76,5 cm
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Veronika
Raich (*1957)
Die oft kaligraphische Bildsprache weist dem
Betrachter den Weg: in den Bildern der Künstlerin sind Geschichten zu
entdecken, freizulegen von vielschichtiger Maltechnik. Diese oftmals
ornamenthafte Zeichensprache entsteht in handwerklicher Arbeit.
Veronika Raich kniet auf den Bilder, ritzt ein,
meisselt, übermalt und trägt Farbschichten ab. Die Umsetzung des Erlebten in
Bilder entsteht dabei in ganz unterschiedlichen Entstehungsprozessen -
manchmal harmonisch und vereint mit Werk und Gefühlswelt, oft impulsiv,
kraftvoll und orkanartig ringend, dann wieder sanft und versöhnlich.
In der Malerei der Künstlerin dominiert die
blaue Farbe, aber auch warme Farbtöne, wie Rot und Erdbraun, sind geradeso
häufig anzutreffen.
Die von Harmonie getragenen Bilder führen den
Betrachter in eine vielschichtige Welt von Bildgeschichten. Da sind
Kritzeleien und einzelne Fragmente zu entdecken, Erzählungen und Botschaften
legen sich dem aufmerksamen Betrachter frei. In zahllosen Farbschichten, auf
Leinwandresten und dicken Holztafeln, findet man Gipsspuren und
Papierfetzen. Es gelingt wohl kaum, dass die geballte Ladung an Erzählungen
beim ersten Betrachten zu entschlüsseln. Doch gerade hierin liegt einer der
Reize der Bildtafeln, so nennt die Künstlerin ihre Gemälde oft selbst,
nämlich bei jedem erneuten Betrachter wieder neue Spuren zu entdecken, in
die Bilderwelt von Veronika Raich einzutauchen und Geschichten, Sagen und
Mythen zu entdecken.
Fragmente aus der Biografie
Veronika ist bei ihrem Grossvater, einem Weinbauer in
Sasbach aufgewachsen.
Seit ihre Erinnerung einsetzt, hat Veronika Raich
zeichnend kommuniziert. Weil erst einmal nichts anderes da war, benutzte sie
dazu alte Zeitungen, auf deren Rand, und in die sie mit Bleistift
hineinzeichnete. Dort überdeckte sie die Schrift, konturierte sie parallel zum
Druck, zeichnete Schrift genau nach, malte mitten hinein Wünsche und Träume,
alles, was sie beschäftigte.
Später kamen die Farben in ihre Werke. Als Thema gewannen
nun Pflanzen und Blumen, die sie schon immer gezeichnete hatte, durch Farben
ganz neue gestalterische Expressivität. Die «Entdeckung» der Farben löste bei
der jungen Malerin ein Studium der sich eröffnenden Möglichkeiten aus: So
experimentierte beispielsweise mit verschiedenen Rottönen von Nagellacken und
bemalte Papier damit.
Im Alter von zwölf Jahren wird endlich ein Lehrer auf ihr
Talent aufmerksam und unterstützt sie all ihren kreativen Experimenten. Veronika
Raich wurde damals bereits bewusst, Malerin zu sein und zwar wesenhaft, nicht
von ihrem Menschschein zu trennen.
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Pressestimmen
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Die gegenwärtig in der Galerie
an der Freien Straße 88 in Basel laufende Ausstellung steht unter dem
Begriff «Erzählbilder» und zeigt 65 von der Basler Künstlerin Veronika Raich
in einem ganz speziellen Malstil gestaltete Arbeiten von sehr persönlichen
gleichzeitig aber auch geheimnisvoll geprägter Ausstrahlung. In ihren meist
dunkelgrundigen, in kostbaren Blauvarianten gelösten, mehrschichtig auf
Holztafelh mit Gipsauflage in, lasierender Ölmalerei bald ornamental, bald
geometrisch aufgebauten Kompositionen setzt die Künstlerin Erinnerungen und
Empfindungen gestalterisch um. Haarfeine, in Bildgrund eingeritzte
figürliche Elemente oder Schriftzeichen besitzen oft symbolische Bedeutung
und vermitteln den Betrachtern gemeinsam mit den Bildtiteln Hinweise auf
erlebte Situationen. Malerisch besonders schön gelöst präsentieren sich die
aus dem dunklen Grund transparent aufleuchtenden Bildelemente. Thematisch
setzen die in kraftvoller Farbgebung gestalteten Kompositionen mit
Schiffinotiven (Erinnerungen an den Beruf des Vaters) und in hellem Kolorit
gehaltene Garten- und Blütendarstellungen eindrückliche Schwerpunkte. (Bis
21. Oktober).
Basellandschaftliche
Zeitung, 8.10.2001 - Stefy Plattner
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Veronika Raich: «Materie und
Geist», 2000. Einer permanenten Schwebelage zwischen Wirklichkeit und Traum,
zwischen äusserem und innerem Erleben scheinen die meist dunkeltonigen
Bildtafeln von Veronika Raich zu entspringen. Heikle Kindheitstage, die vor
allem durch Verzicht auf emotionale Zuwendung gekennzeichnet waren, liessen Raich schon früh zur Malerei finden, in der sie sich ganz spontan in ihre
eigene, überbordende Gefühlswelt zurückziehen konnte. Als reine Autodidaktin
erarbeitete sie sich aufwendige, vielschichtige Maltechniken und eine
zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit oszillierende Bildersprache, die
neben der flächigen Farbigkeit vor allem von kalligrafisch-ornamentaler
Symbolik, verbunden mit einer häufig an naive Kinderzeichnungen erinnernden
Figürlichkeit lebt. Wenn Raichs Formen und die stoffliche Bearbeitung des
Malgrunds auch sehr an die Art Brut erinnern, geht es ihr vorwiegend jedoch
nicht um das Erschaffen einer eigenen phantastischen Wirklichkeit, sondern
um das «Aufarbeiten wichtiger, jedoch bereits bewältigter
Lebenssituationen.» In teils eruptiven, teils meditativen Arbeitsprozessen
erzählt Raich also sehr einfühlsam von ihren Erfahrungen mit der Welt.
Basler Zeitung, 13.9.2001 - Renate Dürst |
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Ausstellungen
1995 Galerie Liliane Andreé, Basel
1996 Galerie Liliane Andreé, Bael
1996 café pp, Orangerie Warteck, Basel
1997 Galerie Liliane Andreé, Basel
1998 Kulturbar, Basel
1999 Kloster Dornach
1999 Ikonenkiosk, Basel
2000 Ikonenkiosk, Basel
2001 Galerie HILT, Basel: «Erzählbilder»
2003 Kunsthotel Teufelhof, Basel «Zeremonien»
2003 «transform» - die kantine, Basel
2004 «transform» - die kantine, Basel
2004/05 Kunsthotel Teufelhof, Basel
©
Copyright Galerie HILT AG, Basel, 2004/cr
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