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André Masson (1896 - 1987)

Malerei, Zeichnungen, Graphik, Buchillustrationen, Bühnendekorationen

André Masson wurde am 4. Januar 1896 in Balagny-sur-Thérain/oise (F) in eine Familie bäuerlicher Herkunft geboren und verbrachte seine Kindheit in Brüssel. Als 11jähriger trat er in die École des Beaux-Arts in Brüssel ein. 1912 setzte er sein Studium an der École des Beaux-Arts in Paris fort.

 

In der Frühzeit war Masson stark vom Symbolismus des Flamen James Ensor (1860 – 1949) und von der Mythologie und Phantasie des Malers Nicolas Poussin (1594 – 1665) beeinflusst. Von 1914 bis 1918 leistete Masson Kriegsdienst. Nach dem Krieg litt er an schweren, psychischen Depressionen. Es brauchte viele Monate, bis «ich wieder zu mir fand. Mein Ich war verwüstet worden. Für immer.»

 

Nach dem Krieg schuf er Bilder, die stark vom Kubismus beeinflusst waren, allmählich entstanden jedoch frei gestaltete, organische Motive.

 

1924 stiess Masson zur surrealistischen Bewegung, die er aber 1929 aus Protest gegen den autoritären Führungsanspruch Bretons verliess.

 

Ab 1926 experimentierte Masson mit der «automatischen Malerei», einer spontanen Ausdrucksweise. In seinen automatischen Lineaturen kombinierte er Öl, Sand und andere Zeichnungsmittel. In den 1920er Jahren entstanden mehrere Sandbilder und Zeichnungen mit Lineaturen. Seine Bilder wurden von den Themen Metamorphose, Gewalt, Erotik, Natur und Mythos geprägt; diese Sujets sollten sein gesamtes Werk begleiten.

 

In den 1930er Jahren bewegte sich Masson vom Automatismus weg, hin zu einem figurativen Malstil. 1934 zog André Masson nach Spanien, wo er häufig Landschaften und Insekten in naturalistischem Stil malte. Zwischen 1941 und 1945 lebte Masson in den USA. Er malte frei, rhythmisch gestaltete Porträts und benutzte kräftige Farben und expressive Formen. Sein Werk beeinflusste die jungen amerikanischen Maler des abstrakten Expressionismus, darunter Jackson Pollock (1912 – 1956).

 

Nacht dem Krieg kehrte Masson nach Frankreich zurück und liess sich in Aix-en-Provence nieder, hilt sich ab 1956 immer wieder in Paris auf. Allmählich wandte er sich vom Gegenständlichen ab und griff auf den Automatismus zurück, später wird in seinem Werk auch die starke Beeinflussung der asiatischen Kunst spürbar. Zwischen 1954 und 1959 benutzt Masson wieder Sand in der Malerei.

 

Von 1964 an fanden zahlreiche Ausstellungen und Retrospektiven des Werkes von Masson statt. Eine der bedeutendsten Ausstellung war die Hommage an André Masson anlässlich seines achtzigsten Geburtstag in New York.

 

In den 1980er Jahren stellten sich Lähmungserscheinungen ein, welche Masson das Malen verunmöglichten. Am 28. Oktober 1987 starb André Masson in Paris.

 

 

 

Quellen: Künstler-Lexikon, DuMont Buchverlag Köln, 1991; Der 100 des Jahrhunderts Maler, Rowohlt Verlag 1995; Kindlers Malerei Lexikon, Zürich, 1966; Oxford Dictionary of Twentieth-Century Art, Ian Chilvers, Oxford University Press 1998

© Galerie HILT AG Basel, 2004/oh-cr

 
 

 


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