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Sans titre, 1969, Collage

35 x 28 cm, E827

 

Sans titre, 1965, Collage

38,5 x 25,5 cm, E151

 

Sans titre, 1967, Collage

27 x 26 cm, E161

 

Sans titre, 1969, Collage

26,5 x 25 cm, E162

 

 

Franz Fedier (*1922)

Er wurde am 17.1.1922 in Erstfeld/Uri geboren und lebt heute in Bern.

 

Nach einer Lehre als Flachmaler in Brugg besuchte er für ein Semester die Kunstgewerbeschule in Luzern und wurde Schüler von Heinrich Danioth in Flüelen, dem er bei der Ausführung von Wandbildern und Theaterdekorationen half. 1945 zog er nach Bern und arbeitete als Reklame-zeichner. Etliche Reisen führten ihn durch Europa und Nordafrika, bevor er die Académie de la Grande Chaumière in Paris und die Académie Fernand Léger besuchte. Im Atelier 17 des englischen Grafikers Stanley William Hayter wurde er mit der sogenannten «Informellen Malerei» bekannt. 1949 und 1955 erhielt er Stipendien von der De Harris- und der Kiefer Hablitzel-Stiftung. Von 1956 arbeitete er selbständig in Bern und Paris, wo er sich zeitweilig ein Atelier mit dem Basler Maler Wolf Barth teilte. Er wurde zu einem der ersten Vertreter des «Informel» und der bedeutendste Exponent der abstrakten Malerei in der Schweiz.

 

1966-1987 war er Leiter der Malklasse an der Schule für Gestaltung in Basel, ab 1985 Mitglied und 1987-1993 Präsident der Eidgen. Kunstkommission und 1985-1987 Mitglied der Eidgen. Kunstkommission für angewandte Kunst.

 

Ausgehend von figurativen Bildern in den 1950er Jahren und seinem Interesse am Material-verhalten (Qualität und Eigenschaften verschiedener Malfarben), dem Bildträger (Leinwand, Jute) und dem Malort (Boden, Wand), teilte er bald die Farbflächen auf und schichtete sie in der Art eines Juan Gris. Er überlagerte geometrische und tachistische Formen, um ein Gleichgewicht von Beherrschtem und Spontanem, Determiniertem und Zufälligen zu schaffen. In den 1960er Jahren begann er vermehrt, das geometrische Element stärker hervorzuheben. Er experimentierte vor allem mit Farb-Streifen, die er auch faltete und knickte. Wie sich Farben gegenseitig beeinflussen, wie sie auseinanderdriften und Räumlichkeit schaffen, wurde zu seiner zentralen Fragestellung. Sein Gestaltungsprinzip waren oft die Häufung identischer Elemente, die er durch eine einzige, aber eingreifende Formverschiebung «störte». Räumliche Tiefe oder Bewegung entstand so z.B. in den Streifen-Bildern der 1970er Jahre nur durch das Ineinandergreifen von verschobenen, gleichmässigen Farbfeldern. Oft grenzte er die Farbfelder durch schwarze Konturen gegeneinander ab und hob sie dadurch plastisch hervor, andere stufte er durch weichen Farbauftrag zurück.

 

Er schuf auch Grafiken und zahlreiche Wandbilder, u.a. «Sgrafitto» im Zeughaus Altdorf (1954), Reliefs im Kantonsspital Basel (1977) und eine Wandmalerei im Gerichtssaal in Altdorf (1996).

Schon früh nahm er als einer der ersten Vertreter der «peinture informelle» in der Schweiz an bedeutenden Kunstmessen, Biennalen, Salons, Wander- und Museumsausstellungen auf der ganzen Welt teil. Neben der Schweiz wurden seine Werke auch in Museen und Galerien im übrigen Europa und den USA präsentiert und sind in diversen Sammlungen vertreten.

 

 

 

 

Quellen: Schweizer Künstler-Lexikon, 1998; Ausstellungs-Dokumentationen diverser Galerien 1962, 1976, 1977 und 1979, Basler Zeitung vom 20.3.1991

 

© Copyright Galerie HILT AG, 2000/kr

 

 
 

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