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Ohne Titel, 1965
Radierung mit Aquatinta in Blatt: 50 x 32 cm Bild: 20 x 13,7 cm AG330 - sold |
Max Ernst (1891-1976) Er wurde am 2.4.1891 in Brühl bei Köln geboren und starb am 1.4.1976 in Paris.
Sein Vater, ein Hobbymaler von Stillleben und religiösen Themen, unterrichtete an einer Schule für Taubstumme. Max Ernst studierte zunächst Philosophie und Literatur in Bonn und wandte sich 1910 unter dem Einfluss von August Macke, Johannes Theodor Baargeld und Hans Arp der Kunst zu. Als Maler war er Autodidakt.
Nach dem 1. Weltkrieg, in dem er Obergefreiter bei der Feldartillerie war, wurde er der Kopf der Kölner Dada-Bewegung, ging 1921 nach Frankreich und schloss sich dort 1924 den Surrealisten an. Schon 1920 schuf er seine ersten Collagen, die schliesslich in den grossen Collage-Romanen «La femme 100 têtes», 1929 und «Une semaine de bonté», 1934, gipfelten. 1925 führte er das Verfahren der Frottage zu Ruhm: auf Papier rieb er die ungewöhnlichsten strukturierten Flächen, z.B. einen Holzboden, mit dem Bleistift durch und nutze diese Abriebe als Ausgangspunkt für neue Bild-Ideen. 1930 wandte er sich verstärkt der Plastik zu, die unter dem deutlichen Einfluss der Naturvölker stand.
1937 wurde er vom Hitlerregime als «Entarteter Künstler» abgetan, 1939 in Frankreich verhaftet und in einem Lager interniert. 1941 gestaltete er eine Ausstellung im Garten der Villa «Air-Bel» bei Marseille. Dort lernte er Peggy Guggenheim kennen und konnte mit ihr über Portugal nach New York ausreisen. Noch im selben Jahr heirateten sie, doch die Ehe hielt nicht lange.
1942 entwickelte er eine neue Methode des sog. Abklatschverfahrens (1939 von Oscar Dominguez entdeckt). Er stellte in verschiedenen Städten der USA aus. 1948 kehrte er nach Frankreich zurück. 1954 erhielt er den Grossen Preis für Malerei auf der Biennale von Venedig.
Max Ernst's Malerei bewegte sich an der Grenze visionärer und halluzinatorischer Wahrnehmungen. Die Methode der Frottage entdeckte er durch Zufall und bereicherte damit den Automatismus der Surrealisten um eine wichtige Ausdrucksform. Er liess sich gerne vom Unbewussten inspirieren und gehörte zu den anregendsten Geistern der modernen Kunst, wobei sein Erfolg lange auf sich warten liess.
Werke «Der Elefant von Celebes», 1921, Tate Gallery, London «Ubu Imperator», 1923, MNAM, Paris «Der Mann, der Feind der Frau», 1926 Emmanuel-Hoffmann-Stiftung, Basel «Oiseau-tête», 1934/35, Fondation Beyeler, Riehen «Europa nach dem Regen II», 1940/42 Wadsworth Atheneum, Hartford, Conn. «Steinbock», 1948/64, MNAM, Paris.
Ausstellungen «Dada», 1920, Innenhof des Brauhauses Winter, Köln; Erste Einzelausstellung 1921, Galerie Au Sans Pareil, Paris; «Was ist Surrealismus» 1934, Kunsthaus, Zürich 1938, Galerie des Beaux-Arts, Paris; Dokumenta 1 1955, Kassel.
Quellen : Reclams Künstlerlexikon, DuMont's Chronik der Kunst des 20.Jhd., DuMont's Künstlerlexikon
© Copyright Galerie HILT AG, 1998/ab
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